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Dessinatur
Im Zeichnungsbüro wurden Design-Entwürfe in deckender Wasserfarbe
erstellt. Auf Grund solcher Skizzen wählten die Kunden der
Teppichfabrik ihre sog. Eigendessins aus, welche dann
exklusiv hergestellt wurden. (Manor, Jelmoli, Ackermann,
Möbel Pfister, Coop, etc.) Die besten wurden dann gemustert. (Einzelstücke)
Für die Steuerung der Kettfäden in der Webmaschine dienten
Jacquard-Maschinen, lochkartengesteuerte Hebevorrichtung der
Polfäden (Chore). Für die Stanzung der Lochkarten mussten
vorerst genaueste technische Zeichnungen, Patronen,
hergestellt werden. 3 Zeichner/innen wurden dazu im Betrieb
beschäftigt.
Die Weberei
(Jacquard Rutenteppich-Weberei)
< Webmaschine 3-chorig 200 cm
Ab ca. 1960 standen ca. 25 Webmaschinen in Breiten von 67, 90, 120, 140, 170, 200, 250, 450 cm
für die Produktion zur Verfügung. Die Maschinen stammten
vorwiegend aus Deutschland (Mertens & Frohwein)
Produziert wurden Läufer, Auslegeware und Spannteppiche
(67 - 450 cm breit) sowie abgepasste Teppiche in
verschiedenen Grössen (z.B. 8/4 = 140 x 200 cm, 10/4 = 160 x
230 cm, 12/4 = 2 x 3 m, 16/4 = 2.50 x 3.50 m)
Ob Bouclé- (Schlingen-) oder Velours
(Schnittware) produziert
wurde, entschied man mit (Stahl-)Ruten, welche
entweder ohne oder mit
an deren Ende aufgesetzten Messern ausgerüstet waren (Zug- oder Schnittruten).
Die Polhöhe wurde ebenfalls durch die Ruten bestimmt (rund,
oval, oder flach, von 1-20 mm Höhe)
Diese Ruten wurden von der Maschine unter die Polfäden
eingetragen, nachdem die Jacquardmaschine eine Reihe
gehoben hatte. Nach dem Absenken der Polfäden und dem
gleichzeitigen Heben der Grundkette, wurde der Schuss
(einziger Quer-Faden zu den Kettfäden) vom
Webschiffchen eingetragen. Dann erfolgte der Anschlag des
Schaftes, welcher das Gewebe einband und verdichtete.
Beim Ausziehen von Schnitt-Ruten wurden die Polfäden oben
aufgeschnitten. Oft wurden auch mehrer Sorten Ruten in Folge
verwenden. (z.B. Zug-Schnitt)
Es konnte auf bis zu 3
Farb-Ebenen (Chore) gemustert werden, wobei auch
zusätzliche Farben in einer Ebene mittels einschären
verwendet wurden. Die Polkette wurde von Hilfspersonal
aufgesteckt und zusammen mit dem Weber angeknotet. Die
Grundkette für die
Bindung (Binder) wurde ebenfalls vom Weber angeknotet. Diese
hatte bis zu 1024 Fäden und
wogen bis zu 500 Kilo. Die riesigen Garnwalzen wurden vorher
in der Schlichterei aus Baumwollzwirn, später
Polyesterzwirn hergestellt (Zettel). Die Füllkette (Stoffer)
bestand anfänglich aus Jute, später aus Bumpgarn
(Baumwoll- Recyclinggarn). Das Schussgarn, wurde von der Kopsmaschine
geliefert, welche Schlauchkopse (von innen abspulbare,
Hülsenlose Spulen) für die Webschiffli (Webschützen)
herstellte. Dies war anfänglich Hanf, später Polypropylene.
Lange Zeit waren Grundkette und Schuss das einzige Garn,
welches zugekauft wurde.
Die Arbeit des Webers verlangte viel
Aufmerksamkeit. Vor allem betreffend fehlenden Kett- oder
Grundkettfäden, gleichmässiger Fadenspannung, lückenlosem
Eintrag der Ruten, einziehen und verstäten von Garnknoten,
sowie Kontrolle des Musters, welches die Jacquardmaschine
steuerte. Wichtig war jeweils der Wechsel des
Webschiffchens, kurz bevor dieses leer war. Jede Maschine
hatte 2 davon, wobei eines während dem Laufen der Maschine
nachgefüllt werden musste. Die Maschinen wurden jeweils von
den Webern selbst geputzt und gewartet. Die Rohware wurde an
der Maschine aufgerollt, vom Weber registriert (Rollenkarte)
und in die Putzerei gebracht.
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460 cm Webbreite mit 3
Jacquardmaschinen |

Nur die besten Weber konnten grosse
Maschinen bedienen |

Hohe Konzentration war gefordert |
Es war eine strenge, anspruchsvolle und lärmige Arbeit,
die jedoch sehr guten Verdienst ergab. Die tüchtigsten Weber
verdienten 1975 über 5000 Fr. im Monat, was damals einem
Buchhalterlohn entsprach. Gearbeitet wurde meist im Akkord
(nach Stückzahl) und in Schichtarbeit. 05.00-13.30 und
13.30-22.00 Uhr, ausnahmsweise auch mal 22.00 - 05.00 Uhr.
Erst nach 1-2 Jahren konnte ein angelernter Weber auf
Rollenware (Auslegeware) arbeiten, da hier höchste Ansprüche
an Fehlerlosigkeit gestellt wurden. Eine Ausbildung als
Weber gab es damals nur in Deutschland.
Putzerei
Der rohe Webteppich hatte wenig Stabilität und konnte in
der Putzerei noch ausgebessert werden. Fehlendes Garn wurde
von Hand mit Nadeln eingezogen und einzelne Fehler oder
Garnknoten
aus der Ware entfernt. Hier erfolgte die erste
Qualitätskontrolle, Fehler wurde für die Endkontrolle
markiert.
Die Abteilung beschäftigte ausschliesslich Frauen, wobei
die Weberei (bis ca. 1970) eine Männer-Domaine war.
Alle Teppiche kamen nach der Appretur nochmals in die
Putzerei für die Endkontrolle.
Die Kanten der abgepassten Teppiche wurden hier umgenäht, die Teppiche gerollt,
verschnürt und etikettiert. Meterware wurde genau gemessen und gerollt.
In dieser Abteilung stand auch die Schermaschine, wo
Velours-Teppiche eine Oberflächenschur (Finish) erhielten.
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